Star Wars: Legion als Tabletop-Spiel (auch) für Einsteiger angekündigt

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Mit Star Wars: Legion hat der Heidelberger Spieleverlag respektive Asmodee respektive Fantasy Flight Games am Freitag ein Tabletopspiel in unserer geliebten, weit, weit entfernten Galaxy angekündigt. Auf Deutsch erscheinen soll es Anfang 2018. Aber brauchen wir das wirklich?


UPDATE: Dieser Artikel bezieht sich auf die Ankündigung von Star Wars: Legion. Inzwischen habe ich das Spiel gekauft. Meinen Eindruck kannst Du in diesem Beitrag lesen: Hier klicken




Brauchen wir Star Wars: Legion, wenn wir doch Imperial Assault haben?



Ja! Und nein, wenn wir Spaß am "Rollenspiel" in größerer Runde haben. Denn mit "Star Wars: Legion" lösen wir uns von den beengten quadratischen Spielfeldeinheiten auf eine freie Spielfläche (ca. 180 x 90 cm), auf der zwei Spieler die Rebellen- und Imperiumsfiguren mit einem Maßband verschieben. Fantasy Flight Games hat hier ein System entwickelt, mit dem das schnell und einfach von der Hand geht.

Hierfür gibt es vorgefertigte Schablonen (ähnlich X-WING Tabletop) mit denen der Anführer eines Trupps bewegt wird. Alle anderen Figuren des Trupps, werden dann einfach in einem bestimmten Radius nachgezogen. Das klingt schon mal positiv, denn das Ausmessen und minutiöse Figurgeschiebe ist bei normalen Tabletops ein echter "Gähn-Faktor".

Auch sonst lässt sich erkennen, dass FFG sich an bekannten Mechanismen aus Imperial Assault und X-Wing orientiert hat. Dagegen ist absolut nichts einzuwenden, wenn dabei ein kurzweiliges und spannendes Spielerlebnis herauskommt.

Karten und Ausrüstung sollen weitere Abwechslung ins Spiel bringen. Ein Kommando-System gibt zudem allen Parteien die Möglichkeit, sich unmittelbar auf neue Spielfeld-Situationen einzustellen. Wahrscheinlich ist das ein (auch) aus Space Hulk bekanntes System, mit dem man im Zug des Gegners mit eigenen Aktionen reagieren kann. Klingt auf jeden Fall nach einem abwechslungsreichen Spiel. Aktion kommt zusätzlich dadurch ins Spiel, dass die Spieler gezwungen werden Missionmarker zu sammeln und damit in die Konfrontation gebracht werden. Mit Abwarten & Teetrinken kommt man hier nicht weit.


UVP 99 Euro – ist das gerechtfertigt?


Das ist schon eine Stange Geld, speziell wenn man aus dem Brettspielbereich kommt. Spieler anderer Tabletopsysteme sind es gewohnt, Kleinwagenwerte in Ihre Spiele und das Zubehör zu versenken. Insofern ist dieser Preis für das Star Wars: Legion-Grundspiel fast schon moderat und gegenüber dem Platzhirsch Warhammer 40k von Games Workshop ein echtes Schnäppchen.

Für die rund 100 EURO bekommt man 33 Figuren und Gelände(!). Zur Zeit ist von acht Geländeteilen die Rede, es muss sich natürlich noch zeigen WAS für Gelände das genau sein wird. Denn meine Erfahrung hat gezeigt, dass Gelände (Basteln = Mühselig bzw. Kaufen = Teuer) durchaus entscheidend für den Erfolg/Spielspaß eines Tabletops ist. Ich habe ein paar Demospielvideos von der GenCon 2017 gesehen und wenn die dort gezeigten Tatooine-Gebäude Bestandteil der Box sind, ist das okay, aber nicht unbedingt ein Oberknaller (wenn man bedenkt, dass die Geländeteile nicht unbedingt Detailreich sind).

Geplant sind natürlich Erweiterungen und Zusatzpacks, die bei FFG bisher immer erfreulich günstig waren.


Rebellion?


Vor dem Hintergrund das Games Workshop den Jungs von Fantasy Flight Games Anfang 2017 die Lizenzen entzogen hat, ist es natürlich besonders pikant, das FFF jetzt ein eigenes Tabletopspiel zu einem Kampfpreis rausbringt.

Echte Warhammer-Spieler dürfte das nicht zum Wechsel bewegen, aber für Einsteiger sollte ein einfach zugängliches Star Wars-Tabletopspiel (bekanntes Universum, guter Preis) eine echte Verlockung sein. Und das, wo sich Games Workshop offensichtlich so sehr um neue Spieler bemüht.

Die Miniaturen sind etwas größer (ca. 35 mm) und detailreicher als die Imperial Assault Figuren. Das ist natürlich etwas schade, da sie sich nicht optimal ergänzen, andererseits kommen die offiziellen Figurenwertkarten für das Spiel sowieso immer mit einer Miniatur daher - so gesehen lässt sich das verschmerzen.

Ob das Spiel auf Dauer Spaß machen wird, wird im hohen Maße davon abhängen, was Fantasy Flight Games an Zusatzkarten beisteuern wird, die Abwechslung und Überraschung bringen.

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